Die Entscheidung des Bundesrats, der sogenannten Entlastungsprämie nicht zuzustimmen, ist aus Sicht des Thüringer Handwerks ein wichtiges Signal. Sie zeigt, dass klare Positionen, beharrliche Interessenvertretung und eine starke Kammerorganisation Wirkung entfalten.
Bereits im April hatte das Thüringer Handwerk vor den Folgen der geplanten Maßnahme gewarnt. Viele Handwerksbetriebe würden ihre Beschäftigten zwar gern zusätzlich entlasten. Die wirtschaftliche Realität lässt das jedoch vielfach nicht zu. Hohe Energie-, Material- und Personalkosten, eine schwache Konjunktur sowie wachsende Bürokratielasten engen die Spielräume vieler kleiner und mittlerer Betriebe stark ein.
Deshalb hatte sich das Thüringer Handwerk frühzeitig an die Landespolitik gewandt und gefordert, im Bundesrat gegen die geplante Entlastungsprämie zu stimmen. Die zentrale Botschaft war klar: Die Frage ist nicht, ob Betriebe eine solche Prämie zahlen wollen – sondern ob sie sie überhaupt zahlen können.
Mit der ausgebliebenen Zustimmung im Bundesrat wurde aus Sicht des Thüringer Handwerks eine Fehlentwicklung korrigiert. Es wäre das falsche Signal gewesen, ausgerechnet jene Betriebe zusätzlich unter Druck zu setzen, die selbst seit Monaten erheblich belastet sind. „Die Entwicklung zeigt: Wenn wir als Handwerksorganisation die Stimme der Betriebe klar und geschlossen erheben, können wir politisch viel bewirken. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass die berechtigten Einwände des Handwerks gehört wurden“, sagt Stefan Lobenstein, Präsident des Thüringer Handwerkstag e. V.
Aus Sicht des Handwerks braucht es jetzt keine neuen Symboldebatten, sondern echte Entlastungen mit Breitenwirkung: verlässliche Energiepreise, weniger Bürokratie, sinkende Lohnzusatzkosten und steuerliche Reformen, die auch Personenunternehmen in den Blick nehmen.
