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Der 23. Mai wird zum Ehrentag

Zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes rückt das Thüringer Handwerk den Beitrag ihrer Ehrenamtlichen für Qualität, Zusammenhalt und gelebte Demokratie im Handwerk in den Mittelpunkt.

Ob in Innungen oder Kreishandwerkerschaften, bei Gesellen- oder Meisterprüfungen, in Ausschüssen, Gremien oder Vorständen: Das Handwerk lebt vom Mitmachen – und von Menschen, die mehr tun als ihre tägliche Arbeit. In Thüringen investieren zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker nach Feierabend Zeit, Wissen und Erfahrung für die Gemeinschaft. Sie sichern Qualität, geben Fachwissen weiter und stärken den Zusammenhalt im Handwerk.

Am 23. Mai 2026, dem 77. Geburtstag des Grundgesetzes, findet erstmals der deutschlandweite Ehrentag statt. Auf Initiative von Frank-Walter Steinmeier und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt rückt der Aktionstag unverzichtbares gesellschaftliches Engagement in den Mittelpunkt.

Zum Ehrentag wird auch die besondere Bedeutung des Ehrenamts für Handwerk und Gesellschaft sichtbar. „Ohne den freiwilligen Einsatz zahlreicher Engagierter würden viele Bereiche des Handwerks nicht funktionieren – von der Ausbildung über das Prüfungswesen bis hin zur Interessenvertretung und Selbstverwaltung. Dabei entfaltet das Ehrenamt eine besondere Sinnstiftung – für die Engagierten selbst ebenso wie für die Gemeinschaft“, betont der Präsident des Thüringer Handwerkstag e. V., Stefan Lobenstein.

Der Umfang dieses Engagements ist enorm. „Die vielen Stunden, die Ehrenamtliche im Handwerk investieren, wären als reguläre Arbeitszeit kaum finanzierbar. Doch der eigentliche Wert geht weit darüber hinaus: Ehrenamt stärkt Verantwortung, Zusammenhalt und demokratische Mitwirkung. Gerade das Handwerk zeigt seit jeher, wie gelebte Demokratie funktioniert – durch Mitbestimmung, gemeinsames Engagement und Verantwortung füreinander. Dieses Engagement verdient höchste Anerkennung.“

Der THT bedankt sich bei allen Ehrenamtlichen, die das Handwerk Tag für Tag mittragen und mitgestalten – und es so stark machen für die Gegenwart und Zukunft.

Der Ehrentag am 23. Mai 2026

Aktionstag macht Ehrenamt sichtbar

Zum Geburtstag des Grundgesetzes lädt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Mitmachtag ein. Unter dem Motto “Für dich. Für uns. Für alle.” rückt der Ehrentag freiwilliges Engagement in den Mittelpunkt.

www.ehrentag.de

Falsches Signal zur falschen Zeit

Thüringer Handwerk fordert, den Steuerbonus für Handwerksleistungen nicht zu streichen, sondern gezielt weiterzuentwickeln

Die Diskussion um eine mögliche Streichung des Steuerbonus für Handwerksleistungen sorgt im Thüringer Handwerk für erhebliches Unverständnis. Aus Sicht des Handwerks wäre eine Abschaffung des Instruments das falsche Signal – an die Betriebe, an die privaten Haushalte und an all jene, die jeden Tag ehrlich arbeiten, ausbilden und Steuern zahlen.

Der THT macht zugleich deutlich, dass auch das Handwerk solide Staatsfinanzen und eine nachhaltige Haushaltspolitik ausdrücklich unterstützt. Gerade deshalb stößt es auf Kritik, dass ausgerechnet die Steuerbegünstigung für Handwerksleistungen nach § 35a Abs. 3 EStG früh als mögliche Sparmaßnahme ins Spiel gebracht wird. „Wer den Steuerbonus streicht, spart nicht klug. Er belastet private Haushalte zusätzlich und nimmt vielen Betrieben einen wichtigen Impuls in ohnehin schwieriger Zeit“, sagt THT-Präsident Stefan Lobenstein.

Der Steuerbonus ist aus Sicht des Handwerks gerade in der aktuellen konjunkturellen Lage doppelt wirksam: Er gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Anreiz, in notwendige Handwerksleistungen zu investieren, entlastet private Haushalte und stärkt regionale Betriebe.

Eine Streichung würde daher zwei falsche Botschaften senden: an Verbraucherinnen und Verbraucher, weil eine bekannte Entlastung wegfiele, und an die Betriebe, weil ein funktionierendes Instrument in einer ohnehin angespannten Lage ersatzlos gestrichen würde. Hinzu kommt: Hohe Kosten, zurückhaltende private Nachfrage und eine schwache Konjunktur belasten bereits viele Unternehmen auch in Nord- und Mittelthüringen.

Der THT spricht sich deshalb klar für den Erhalt des Steuerbonus aus. Sinnvolle Anpassungen – etwa beim Abbau von Mitnahmeeffekten oder bei einer einfacheren digitalen Abwicklung – sind aus Sicht des Handwerks denkbar. „Eine ersatzlose Streichung wäre der falsche Weg. Wer konsolidieren will, sollte bewährte und alltagstaugliche Anreize nicht ohne Not beseitigen“, so Lobenstein. Der THT appelliert daher an die politisch Verantwortlichen im Bund, sich in den weiteren Beratungen klar für den Erhalt und die gezielte Weiterentwicklung der Steuerbegünstigung für Handwerksleistungen einzusetzen.

Starke Interessenvertretung zeigt Wirkung: Stopp der Entlastungsprämie korrigiert Fehlentwicklung

Die Entscheidung des Bundesrats, der sogenannten Entlastungsprämie nicht zuzustimmen, ist aus Sicht des Thüringer Handwerks ein wichtiges Signal. Sie zeigt, dass klare Positionen, beharrliche Interessenvertretung und eine starke Kammerorganisation Wirkung entfalten.

Bereits im April hatte das Thüringer Handwerk vor den Folgen der geplanten Maßnahme gewarnt. Viele Handwerksbetriebe würden ihre Beschäftigten zwar gern zusätzlich entlasten. Die wirtschaftliche Realität lässt das jedoch vielfach nicht zu. Hohe Energie-, Material- und Personalkosten, eine schwache Konjunktur sowie wachsende Bürokratielasten engen die Spielräume vieler kleiner und mittlerer Betriebe stark ein.

Deshalb hatte sich das Thüringer Handwerk frühzeitig an die Landespolitik gewandt und gefordert, im Bundesrat gegen die geplante Entlastungsprämie zu stimmen. Die zentrale Botschaft war klar: Die Frage ist nicht, ob Betriebe eine solche Prämie zahlen wollen – sondern ob sie sie überhaupt zahlen können.

Mit der ausgebliebenen Zustimmung im Bundesrat wurde aus Sicht des Thüringer Handwerks eine Fehlentwicklung korrigiert. Es wäre das falsche Signal gewesen, ausgerechnet jene Betriebe zusätzlich unter Druck zu setzen, die selbst seit Monaten erheblich belastet sind. „Die Entwicklung zeigt: Wenn wir als Handwerksorganisation die Stimme der Betriebe klar und geschlossen erheben, können wir politisch viel bewirken. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass die berechtigten Einwände des Handwerks gehört wurden“, sagt Stefan Lobenstein, Präsident des Thüringer Handwerkstag e. V.

Aus Sicht des Handwerks braucht es jetzt keine neuen Symboldebatten, sondern echte Entlastungen mit Breitenwirkung: verlässliche Energiepreise, weniger Bürokratie, sinkende Lohnzusatzkosten und steuerliche Reformen, die auch Personenunternehmen in den Blick nehmen.

Corona-Hilfen im Friseurhandwerk: Thüringer Handwerkstag fordert Stopp der Rückforderungen

Widersprüchliche Richtlinien und fragwürdige Berechnungen sorgen für Rechtsunsicherheit

Der Thüringer Handwerkstag (THT) e.V. fordert eine sofortige Aussetzung der laufenden Rückforderungsverfahren von Corona-Soforthilfen im Friseurhandwerk. Hintergrund sind erhebliche rechtliche Zweifel an der aktuellen Verwaltungspraxis sowie massive wirtschaftliche Belastungen für die betroffenen Betriebe. „Viele Friseurbetriebe haben ihre Anträge unter völlig anderen Voraussetzungen gestellt, als sie heute bei den Rückforderungen zugrunde gelegt werden. Das ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel und verletzt den Vertrauensschutz“, erklärt THT-Präsident Stefan Lobenstein.

In Schreiben an die Thüringer Aufbaubank sowie das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum hat der Thüringer Handwerkstag bereits auf grundlegende Probleme hingewiesen. Im Zentrum steht die Anwendung unterschiedlicher Förderrichtlinien aus dem Frühjahr 2020. Innerhalb weniger Tage hatte das Land Thüringen im März und April 2020 zwei unterschiedliche Förderrichtlinien erlassen. Während zunächst eine allgemeine Existenzgefährdung als Grundlage galt, wurde kurz darauf ein konkreter „Liquiditätsengpass“ als Voraussetzung definiert.

Nach Auffassung des Thüringer Handwerkstags werden diese strengeren Kriterien rückwirkend auch auf frühere Anträge angewendet. „Das führt zu großer Verunsicherung und trifft gerade diejenigen Betriebe, die besonders stark von den Schließungen betroffen waren“, so Stefan Lobenstein.

Der Thüringer Handwerkstag verweist zudem auf aktuelle Gerichtsentscheidungen, die die Position der Betriebe stützen. Andere Bundesländer wie Baden-Württemberg haben bereits politische Lösungen geschaffen, um vergleichbare Fälle rechtssicher zu regeln. „Wir brauchen jetzt auch in Thüringen eine klare und faire Lösung. Es kann nicht sein, dass Betriebe Jahre nach der Pandemie mit Rückforderungen konfrontiert werden, obwohl sie nach bestem Wissen gehandelt haben“, so der THT-Präsident.

Nachholeffekte verzerren die Bewertung

Ein weiteres Problem sieht der Verband in der nachträglichen Betrachtung von Umsätzen. Nach den pandemiebedingten Schließungen kam es häufig zu kurzfristigen Nachholeffekten, die jedoch keine nachhaltige wirtschaftliche Erholung darstellten.„Diese einmaligen Nachholeffekte werden wie reguläre Einnahmen bewertet. Dadurch geraten ausgerechnet die am stärksten von den Corona-Maßnahmen betroffenen Betriebe in die Rückzahlungspflicht. Das ist wirtschaftlich und sachlich nicht nachvollziehbar“, betont Lobenstein.

Landespolitik zu tragfähiger Lösung aufgerufen

Laut Thüringer Handwerkstag sind nun mehrere konkrete Schritte notwendig, um die Situation zu entschärfen und Rechtssicherheit herzustellen. Dazu gehört, dass alle laufenden Rückforderungsverfahren bei Anträgen aus der Phase der März-Richtlinie umgehend ausgesetzt werden, bis eine rechtssichere Grundlage geschaffen ist. Gleichzeitig fordert die Organisation eine grundlegende Überprüfung der bisherigen Verwaltungspraxis, insbesondere hinsichtlich der rückwirkenden Anwendung der strengeren April-Kriterien sowie der Bewertung von Nachholeffekten als reguläre Umsätze.

Darüber hinaus sieht der Thüringer Handwerkstag die Landespolitik in der Verantwortung, eine tragfähige Lösung zu entwickeln, die sich an bereits umgesetzten Modellen in anderen Bundesländern orientiert und auch rückwirkend für bereits abgeschlossene Fälle gilt. „Das Handwerk hat in der Krise Verantwortung übernommen. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch die Politik Verantwortung übernimmt und für Rechtssicherheit sorgt“, sagt Lobenstein abschließend.

32. Parlamentarischer Abend zieht gemischte Bilanz zwischen Fortschritt und weiterem Handlungsbedarf

Parlamentarischer Abend 2026: Vertreterinnen und Vertreter aus Handwerk und Politik diskutierten im Thüringer Landtag über wirksame Handwerkspolitik, Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung.

Thüringer Handwerk: Politische Beschlüsse müssen im Betriebsalltag ankommen

Beim 32. Parlamentarischen Abend des Thüringer Handwerks sind am Mittwochabend (25. März 2026) Vertreterinnen und Vertreter aus Handwerk und Politik im Thüringer Landtag zusammengekommen. Unter dem Motto „Vom Versprechen zur Praxis: Handwerkspolitik, die Wirkung zeigt?!“ stand die Frage im Mittelpunkt, welche politischen Maßnahmen in den Betrieben tatsächlich ankommen – und an welchen Stellen weiterhin nachgesteuert werden muss.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Thadäus König, Präsident des Thüringer Landtags. Im Anschluss zog Stefan Lobenstein, Präsident des Thüringer Handwerkstags (THT) e. V., eine differenzierte Bilanz der aktuellen Handwerkspolitik. Er machte deutlich, dass politische Entlastung für das Handwerk erst dann Wirkung entfaltet, wenn sie im betrieblichen Alltag spürbar wird.

Im Zentrum des Abends stand ein moderiertes Gespräch mit führenden Vertretern der im Thüringer Landtag vertretenen Fraktionen. Diskutiert haben Jörg Prophet (stellv. Fraktionsvorsitzender AfD), Andreas Bühl (Fraktionsvorsitzender CDU), Matthias Herzog (wirtschaftspolitischer Sprecher BSW), Christian Schaft (Fraktionsvorsitzender DIE LINKE) und Lutz Liebscher (Fraktionsvorsitzender SPD).

Fortschritte anerkannt – Defizite klar benannt

Aus Sicht des Thüringer Handwerks, so THT-Präsident Stefan Lobenstein, gibt es erste politische Fortschritte, die in die richtige Richtung weisen. Dazu zählen insbesondere die Verstetigung der Praktikumsprämie, die sich als wirksames Instrument der Nachwuchsgewinnung bewährt hat, die verbesserten Förderbedingungen für Meisterinnen und Meister sowie das Bürokratieabbaugesetz I als erster Schritt in Richtung Entlastung.

Gleichzeitig kritisierte er, dass viele Betriebe weiterhin mit zu hohem Verwaltungsaufwand, komplizierten Förderverfahren und langwierigen Abläufen konfrontiert seien. Nicht allein gesetzliche Vorgaben seien das Problem, sondern zunehmend auch der konkrete Verwaltungsvollzug. Stefan Lobenstein brachte die Erwartung des Thüringer Handwerks auf den Punkt: „Bürokratieabbau darf nicht nur auf dem Papier stehen. Er muss in den Köpfen ankommen. Er muss in den Dienstanweisungen stehen. Er muss in den Förderprogrammen spürbar werden.“ Das Thüringer Handwerk fordert deshalb, den Bürokratieabbau nicht nur gesetzlich zu beschließen, sondern auch in den Behörden und Förderstrukturen praktisch wirksam werden zu lassen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war das Thema Fachkräftesicherung. Das Thüringer Handwerk betonte, dass berufliche Orientierung stärker an realen Bedarfen des Arbeitsmarktes ausgerichtet werden müsse. Die duale Ausbildung müsse gesellschaftlich noch stärker aufgewertet, praxisnahe Berufsorientierung an Schulen ausgebaut und berufliche Bildung verlässlicher unterstützt werden. Der Thüringer Handwerkstag forderte unter anderem eine konsequente Umsetzung der Landesstrategie zur beruflichen Orientierung, mehr praktische Erfahrungsräume für Schülerinnen und Schüler sowie eine dauerhafte Stärkung der Bildungsstätten des Handwerks.

Der 32. Parlamentarische Abend machte deutlich: Das Thüringer Handwerk sucht nicht nur den Dialog mit der Politik, sondern bringt sich als Praxispartner aktiv in die Debatte ein. Es kennt erreichte Fortschritte an, erwartet aber zugleich, dass politische Entscheidungen und Verwaltungsabläufe für die rund 30.000 Handwerksbetriebe im Freistaat spürbar einfacher und praxistauglicher werden.

Zum Download:

Mehr Rückenwind für junge Meisterinnen und Meister: Meisterförderung im Thüringer Handwerk gestiegen.

Thüringer Handwerkstag e. V. gibt Überblick über die neuen Fördermöglichkeiten:

Das Thüringer Handwerk stellt die Weichen für die Zukunft: Seit diesem Jahr profitieren Meisterinnen und Meister von deutlich verbesserten Förderbedingungen. Mit bis zu 14.500 Euro Förderung bietet der Freistaat beste Voraussetzungen für alle, die den Meistertitel erwerben und ein Unternehmen übernehmen oder gründen wollen. Nach Jahren intensiver politischer Arbeit und dem Engagement des Thüringer Handwerkstag e. V. und den Handwerksorganisationen wurden zentrale Forderungen endlich umgesetzt – und das mit spürbarem Effekt für alle, die sich für den Meistertitel entscheiden.

Meisterbonus verdoppelt

Wer 2026 seine Meisterprüfung im Thüringer Handwerk erfolgreich ablegt, erhält ab sofort einen Meisterbonus von 2.000 Euro – doppelt so viel wie zuvor. Damit wird die finanzielle Belastung der Meisterausbildung deutlich reduziert und die Entscheidung für eine Karriere im Handwerk attraktiver gemacht. Die Förderung kommt direkt den Absolventinnen und Absolventen zugute und ist ein klares Zeichen der Wertschätzung für ihre Leistung.

Meistergründungsprämie: Starthilfe für das eigene Unternehmen

Auch die Meistergründungsprämie wurde kräftig aufgestockt: Existenzgründerinnen und -gründer im Handwerk erhalten nun 10.000 Euro (vorher 5.000 Euro) als Anschubfinanzierung für die Unternehmensgründung oder -übernahme. Damit schafft Thüringen ideale Bedingungen für den Schritt in die Selbstständigkeit.

Meisterprämie für Spitzenleistungen

Die besten Absolventen der jeweiligen Gewerke werden zusätzlich mit einer Meisterprämie von 1.000 Euro ausgezeichnet. Dieses Förderinstrument gibt es exklusiv nur im Handwerk und unterstreicht die herausragende Bedeutung des Meistertitels für die Branche. Die Prämie ist ein zusätzlicher Anreiz, Spitzenleistungen in der Meisterausbildung zu erreichen.

Ausbildungsplatzprämie: Nachwuchs gezielt fördern

Wer als Meister einen neuen Ausbildungsplatz schafft, erhält obendrein eine Ausbildungsplatzprämie von 2.500 Euro. Damit setzt das Thüringer Handwerk gezielt Anreize, junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Ausbildungsprämie ergänzt das Förderpaket und stärkt die Zukunftsfähigkeit der Betriebe.

Erfolge durch starke Interessenvertretung

Diese umfassenden Fördermaßnahmen sind das Ergebnis einer langen und engagierten Arbeit der Thüringer Handwerksorganisationen. Die neue Meisterförderung macht den Schritt in die Meisterausbildung und die Unternehmensgründung so attraktiv wie nie zuvor. Wer gestalten und Verantwortung übernehmen will, findet im Thüringer Handwerk beste Karrierechancen und starke Unterstützung.

Ansprechpartner für Meisterförderung und Beratung:

Handwerkskammer Erfurt:
Göran Stertzing, Tel. 0361 / 67 07 – 5320, E-Mail: gstertzing@hwk-erfurt.de

Handwerkskammer für Ostthüringen:
Kerstin Noack, Tel. 0365 / 82 25 – 184, E-Mail: noack@hwk-gera.de

Handwerkskammer Südthüringen:
Theresa Voigt, Tel. 036844 / 47 32 9, E-Mail: theresa.voigt@hwk-suedthueringen.de

Weitere Informationen und Details zu den Förderprogrammen finden Sie bei der Thüringer Aufbaubank:
www.aufbaubank.de/foerderprogramme  

Praktikumsprämie Thüringen: Jetzt für die Winterferien 2026 beantragen

Thüringen setzt erneut ein starkes Zeichen für Berufsorientierung und Nachwuchsförderung im Handwerk: Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren können auch 2026 wieder von der beliebten Praktikumsprämie profitieren. Die Anmeldung ist ab sofort möglich – erste Praktika können bereits in den bevorstehenden Winterferien ab dem 16. Februar 2026 beginnen.

Was bietet die Praktikumsprämie?
Jugendliche, die ein freiwilliges Praktikum in einem ausbildungsberechtigten Handwerksbetrieb absolvieren, erhalten eine Unterstützung von 120 Euro pro Woche. Die Förderung gilt bis zu vier Wochen pro Jahr und kann somit maximal 480 Euro betragen. Die Anmeldung muss spätestens zwei Wochen vor Praktikumsbeginn bei der jeweils zuständigen Handwerkskammer erfolgen. Nach dem Praktikum müssen eine Bestätigung des Betriebs sowie ein Feedbackbogen eingereicht werden – dann erfolgt die Auszahlung.

Wer kann mitmachen?

  • Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren
  • Besuch einer allgemeinbildenden Schule
  • Praktikum in einem Thüringer Handwerksbetrieb (mind. 35 Std./Woche)
  • Elterliche Betriebe und Pflicht-Schulpraktika sind ausgeschlossen

Was bringt die Praktikumsprämie?
Die Maßnahme wird vom Freistaat Thüringen finanziert und soll praxisnahe Einblicke, Orientierungschancen und Lust auf eine Ausbildung im Handwerk schaffen. Im vergangenen Jahr wurden allein über 850 Praktikumswochen gefördert und mehr als 102.000 Euro ausgezahlt. Bemerkenswert: Rund 80 Prozent der Teilnehmenden wollen nach dem Praktikum eine Ausbildung im Handwerk beginnen – 66 Prozent sogar im selben Betrieb.

Was ist neu?
Ab 2026 kann ein Praktikum im Rahmen der Praktikumsprämie in allen großen Ferienzeiträumen absolviert werden: Möglich ist die Teilnahme erstmals in den Winterferien, in der zweiten Woche der Osterferien sowie in den Sommer- und Herbstferien. Damit bietet die Praktikumsprämie größtmögliche Flexibilität für Jugendliche und Betriebe.

Beratung und Kontakt
Die Thüringer Handwerkskammern beraten gern. Alle Infos zur Anmeldung, zu Kriterien und Fördermöglichkeiten gibt es auf:

Praktikumsprämie: Thüringer Handwerk begeisterte erneut junge Talente

Rekordbeteiligung, starke Mädchenquote und große Zufriedenheit: Praktikumsprämie setzte 2025 neue Maßstäbe in der Berufsorientierung

Die Praktikumsprämie im Thüringer Handwerk war auch im vergangenen Jahr 2025 ein voller Erfolg. Insgesamt wurden landesweit 850 Praktikumswochen gefördert – ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Dafür wurden rund 102.000 Euro an engagierte Schülerinnen und Schüler ausgezahlt, die in den Ferien das Handwerk aus nächster Nähe erleben wollten. Die hohe Nachfrage bestätigt: Die Praktikumsprämie bleibt ein starker Motor für die Nachwuchsgewinnung im Handwerk.

Vielfalt und neue Zielgruppen

Bemerkenswert ist der Anteil der Mädchen: 22 % der Praktikanten waren weiblich – deutlich mehr als der aktuelle Anteil weiblicher Auszubildender (17 %). Auch Gymnasiasten entdecken das Handwerk: Ein Drittel (32 %) der Teilnehmer kam vom Gymnasium oder von Schulen mit Abiturmöglichkeit (aktuell haben nur 15 % der Azubis ein Abitur). Besonders gefragt waren die Berufe Kfz-Mechatroniker (16 %), SHK-Anlagenmechaniker (12 %), Elektroniker (9 %), Tischler (9 %) und Dachdecker (7 %). Die meisten Praktikanten erfuhren über Eltern oder die Schule von der Prämie, besonders viele kamen aus den Regionen Erfurt, Weimar, Eichsfeld, Sömmerda, Wartburgkreis und dem Landkreis Greiz.

Starke Ausbildungsimpulse und hohe Zufriedenheit

Die Auswertung der Feedbackbögen zeigt eine außergewöhnlich hohe Gesamtzufriedenheit: Die Praktikanten vergaben im Schnitt Noten zwischen 1,4 und 1,8 (Skala 1–5). 80 % wollen nach dem Praktikum eine Ausbildung im Handwerk beginnen, 66 % würden sogar gerne im Praktikumsbetrieb bleiben. Besonders gelobt wurden das kollegiale Arbeitsklima, nette Mitarbeiter, abwechslungsreiche Tätigkeiten sowie Teamarbeit und Lernmöglichkeiten. Für den Thüringer Handwerkstag e.V. ist klar: Die Praktikumsprämie war auch 2025 ein großer Erfolg für die Berufsorientierung und die Fachkräftesicherung.

Forderung nach einer Verstetigung im Landeshaushalt

Angesichts des großen Erfolges forderte das Thüringer Handwerk eine dauerhafte Verankerung der Praktikumsprämie im Thüringer Landeshaushalt: „Die Mittel für die Praktikumsprämie sind im Doppelhaushalt des Landes Thüringen für 2026 und 2027 verankert – doch es ist dringend notwendig, diese auch tatsächlich umzusetzen und das Programm langfristig zu verstetigen. Eine dauerhafte Finanzierung ist entscheidend, um auch in Zukunft junge Menschen für handwerkliche Berufe zu gewinnen und somit die Fachkräfte von morgen nachhaltig für die Region zu sichern“, betont THT- Präsident Stefan Lobenstein.

Das Thüringer Handwerk setzt sich zudem dafür ein, künftig alle Ferienzeiträume zu nutzen – nicht nur im Sommer und im Herbst, sondern auch in den Winter- und Osterferien.

Statement des Thüringer Handwerkstag e. V. zum Beschluss des Landeshaushalts 2026/2027

Imagekampagne-Ballon des Handwerks im Innenhof des Thüringer Landtages während des 30. Parlamentarischen Abend des Thüringer Handwerks

Mit dem heutigen Beschluss des Doppelhaushalts 2026/2027 ist die haushaltspolitische Grundlage für die kommenden beiden Jahre geschaffen. Für die Handwerksbetriebe im Freistaat sowie für den Handwerksnachwuchs bedeutet dies die notwendige Stabilität und Planungssicherheit. Das schafft die Grundlage für Investitionen, Ausbildung und Beschäftigung im Thüringer Handwerk.

Positiv hervorzuheben ist, dass zentrale Forderungen des Handwerks – wie die Praktikumsprämie, der Meisterbonus und die Meistergründungsprämie – im Haushalt verankert sind.

Die Meisterausbildung wird damit ab dem Jahr 2026 durch umfassende finanzielle Förderung deutlich entlastet. Diese Instrumente sind entscheidend, um die Attraktivität des Handwerks zu stärken und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Jetzt kommt es darauf an, dass diese Maßnahmen auch konsequent umgesetzt werden. Nur so können sie ihre volle Wirkung für die Betriebe und den Nachwuchs im Handwerk entfalten.

Präsident Stefan Lobenstein erneut ins ZDH-Präsidium gewählt

Fokus auf gesellschaftliche Leistungssteigerung und attraktive Perspektiven für junge Menschen im Handwerk

Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt, wurde vergangene Woche erneut als Vertreter der Kammerseite (Deutscher Handwerkskammertag) in das Präsidium des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) gewählt. Damit bringt er weiterhin die Interessen des Thüringer Handwerks auf Bundesebene engagiert ein und gestaltet die Zukunftsthemen des Handwerks aktiv mit. Für seine neue Legislaturperiode hat Stefan Lobenstein klare inhaltliche Schwerpunkte gesetzt, die sowohl das Handwerk als auch die Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt betreffen:

„Erarbeiten kommt vor Verteilen“
Lobenstein betont, dass Politik und Gesellschaft wieder stärker den Wert von Leistung und Eigenverantwortung in den Mittelpunkt rücken müssen: „Innere und äußere Sicherheit, Umweltschutz, Sozialleistungen, Kultur – das sind alles wichtige gesellschaftliche Ziele, die sich unsere Bürger zu Recht wünschen. Aber diese Errungenschaften sind nicht selbstverständlich, sondern müssen erst einmal durch Arbeit und wirtschaftliche Leistung finanziert werden.“ Deshalb, so Lobenstein, sei es von entscheidender Bedeutung, dass die materiell wertschöpfenden Akteure – das Handwerk und alle produktiven Bereiche der Wirtschaft – wieder stärker in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Wertschätzung gerückt werden.

Arbeit als Quelle von Freude und Erfüllung
Gerade das Handwerk bietet vielfältige Möglichkeiten, eine Tätigkeit zu finden, die nicht nur den Lebensunterhalt sichert, sondern auch Sinn und Erfüllung stiftet. Besonders für junge Menschen eröffnet das Handwerk Chancen, sich persönlich zu entfalten, Verantwortung zu übernehmen und gesellschaftliche Anerkennung zu erfahren. „Bei uns findet man eine Arbeit, die gebraucht wird, die Sinn macht und für die man Achtung bekommt“, hebt Lobenstein hervor.

Mit seinem Engagement im ZDH-Präsidium will Stefan Lobenstein diese und weitere Themen weiter voranbringen und das Handwerk als tragende Säule einer leistungs- und zukunftsfähigen Gesellschaft stärken.