Mai 2026 – Thüringer Handwerk -- archive.php --

Der 23. Mai wird zum Ehrentag

Zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes rückt das Thüringer Handwerk den Beitrag ihrer Ehrenamtlichen für Qualität, Zusammenhalt und gelebte Demokratie im Handwerk in den Mittelpunkt.

Ob in Innungen oder Kreishandwerkerschaften, bei Gesellen- oder Meisterprüfungen, in Ausschüssen, Gremien oder Vorständen: Das Handwerk lebt vom Mitmachen – und von Menschen, die mehr tun als ihre tägliche Arbeit. In Thüringen investieren zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker nach Feierabend Zeit, Wissen und Erfahrung für die Gemeinschaft. Sie sichern Qualität, geben Fachwissen weiter und stärken den Zusammenhalt im Handwerk.

Am 23. Mai 2026, dem 77. Geburtstag des Grundgesetzes, findet erstmals der deutschlandweite Ehrentag statt. Auf Initiative von Frank-Walter Steinmeier und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt rückt der Aktionstag unverzichtbares gesellschaftliches Engagement in den Mittelpunkt.

Zum Ehrentag wird auch die besondere Bedeutung des Ehrenamts für Handwerk und Gesellschaft sichtbar. „Ohne den freiwilligen Einsatz zahlreicher Engagierter würden viele Bereiche des Handwerks nicht funktionieren – von der Ausbildung über das Prüfungswesen bis hin zur Interessenvertretung und Selbstverwaltung. Dabei entfaltet das Ehrenamt eine besondere Sinnstiftung – für die Engagierten selbst ebenso wie für die Gemeinschaft“, betont der Präsident des Thüringer Handwerkstag e. V., Stefan Lobenstein.

Der Umfang dieses Engagements ist enorm. „Die vielen Stunden, die Ehrenamtliche im Handwerk investieren, wären als reguläre Arbeitszeit kaum finanzierbar. Doch der eigentliche Wert geht weit darüber hinaus: Ehrenamt stärkt Verantwortung, Zusammenhalt und demokratische Mitwirkung. Gerade das Handwerk zeigt seit jeher, wie gelebte Demokratie funktioniert – durch Mitbestimmung, gemeinsames Engagement und Verantwortung füreinander. Dieses Engagement verdient höchste Anerkennung.“

Der THT bedankt sich bei allen Ehrenamtlichen, die das Handwerk Tag für Tag mittragen und mitgestalten – und es so stark machen für die Gegenwart und Zukunft.

Der Ehrentag am 23. Mai 2026

Aktionstag macht Ehrenamt sichtbar

Zum Geburtstag des Grundgesetzes lädt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Mitmachtag ein. Unter dem Motto “Für dich. Für uns. Für alle.” rückt der Ehrentag freiwilliges Engagement in den Mittelpunkt.

www.ehrentag.de

Falsches Signal zur falschen Zeit

Thüringer Handwerk fordert, den Steuerbonus für Handwerksleistungen nicht zu streichen, sondern gezielt weiterzuentwickeln

Die Diskussion um eine mögliche Streichung des Steuerbonus für Handwerksleistungen sorgt im Thüringer Handwerk für erhebliches Unverständnis. Aus Sicht des Handwerks wäre eine Abschaffung des Instruments das falsche Signal – an die Betriebe, an die privaten Haushalte und an all jene, die jeden Tag ehrlich arbeiten, ausbilden und Steuern zahlen.

Der THT macht zugleich deutlich, dass auch das Handwerk solide Staatsfinanzen und eine nachhaltige Haushaltspolitik ausdrücklich unterstützt. Gerade deshalb stößt es auf Kritik, dass ausgerechnet die Steuerbegünstigung für Handwerksleistungen nach § 35a Abs. 3 EStG früh als mögliche Sparmaßnahme ins Spiel gebracht wird. „Wer den Steuerbonus streicht, spart nicht klug. Er belastet private Haushalte zusätzlich und nimmt vielen Betrieben einen wichtigen Impuls in ohnehin schwieriger Zeit“, sagt THT-Präsident Stefan Lobenstein.

Der Steuerbonus ist aus Sicht des Handwerks gerade in der aktuellen konjunkturellen Lage doppelt wirksam: Er gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Anreiz, in notwendige Handwerksleistungen zu investieren, entlastet private Haushalte und stärkt regionale Betriebe.

Eine Streichung würde daher zwei falsche Botschaften senden: an Verbraucherinnen und Verbraucher, weil eine bekannte Entlastung wegfiele, und an die Betriebe, weil ein funktionierendes Instrument in einer ohnehin angespannten Lage ersatzlos gestrichen würde. Hinzu kommt: Hohe Kosten, zurückhaltende private Nachfrage und eine schwache Konjunktur belasten bereits viele Unternehmen auch in Nord- und Mittelthüringen.

Der THT spricht sich deshalb klar für den Erhalt des Steuerbonus aus. Sinnvolle Anpassungen – etwa beim Abbau von Mitnahmeeffekten oder bei einer einfacheren digitalen Abwicklung – sind aus Sicht des Handwerks denkbar. „Eine ersatzlose Streichung wäre der falsche Weg. Wer konsolidieren will, sollte bewährte und alltagstaugliche Anreize nicht ohne Not beseitigen“, so Lobenstein. Der THT appelliert daher an die politisch Verantwortlichen im Bund, sich in den weiteren Beratungen klar für den Erhalt und die gezielte Weiterentwicklung der Steuerbegünstigung für Handwerksleistungen einzusetzen.

Starke Interessenvertretung zeigt Wirkung: Stopp der Entlastungsprämie korrigiert Fehlentwicklung

Die Entscheidung des Bundesrats, der sogenannten Entlastungsprämie nicht zuzustimmen, ist aus Sicht des Thüringer Handwerks ein wichtiges Signal. Sie zeigt, dass klare Positionen, beharrliche Interessenvertretung und eine starke Kammerorganisation Wirkung entfalten.

Bereits im April hatte das Thüringer Handwerk vor den Folgen der geplanten Maßnahme gewarnt. Viele Handwerksbetriebe würden ihre Beschäftigten zwar gern zusätzlich entlasten. Die wirtschaftliche Realität lässt das jedoch vielfach nicht zu. Hohe Energie-, Material- und Personalkosten, eine schwache Konjunktur sowie wachsende Bürokratielasten engen die Spielräume vieler kleiner und mittlerer Betriebe stark ein.

Deshalb hatte sich das Thüringer Handwerk frühzeitig an die Landespolitik gewandt und gefordert, im Bundesrat gegen die geplante Entlastungsprämie zu stimmen. Die zentrale Botschaft war klar: Die Frage ist nicht, ob Betriebe eine solche Prämie zahlen wollen – sondern ob sie sie überhaupt zahlen können.

Mit der ausgebliebenen Zustimmung im Bundesrat wurde aus Sicht des Thüringer Handwerks eine Fehlentwicklung korrigiert. Es wäre das falsche Signal gewesen, ausgerechnet jene Betriebe zusätzlich unter Druck zu setzen, die selbst seit Monaten erheblich belastet sind. „Die Entwicklung zeigt: Wenn wir als Handwerksorganisation die Stimme der Betriebe klar und geschlossen erheben, können wir politisch viel bewirken. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass die berechtigten Einwände des Handwerks gehört wurden“, sagt Stefan Lobenstein, Präsident des Thüringer Handwerkstag e. V.

Aus Sicht des Handwerks braucht es jetzt keine neuen Symboldebatten, sondern echte Entlastungen mit Breitenwirkung: verlässliche Energiepreise, weniger Bürokratie, sinkende Lohnzusatzkosten und steuerliche Reformen, die auch Personenunternehmen in den Blick nehmen.